Fotofrust; oder die Lust an der Unlust

Das ist ein Gastbeitrag von Marc von Fritschen.
Ich blogge auch selbst – auch wenn sich länger nichts mehr dort getan hat. Warum, das erfahrt ihr jetzt hier!

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Hallo zusammen. Christian, mein Arbeitskollege und Kumpel, hat ein Kreativtief und bat mich daher, ein wenig meinen Senf in seinem Blog breitzuschmieren. Wieso also nicht, ich habe ja auf meinem eigenen Blog immerhin schon seit April nichts mehr geschrieben.

Mit der (Spiegelreflex)Fotografie habe ich im Jahre 2006 angefangen. Von meinem ersten Azubi Gehalt habe ich mir direkt eine Canon Spiegelreflexkamera geleistet und ich war stolz ohne Ende.
Die Bilder waren natürlich kein Vergleich zu denen, die meine kleine kompakte Kamera damals produzieren konnte. Ich war quasi sofort ‚angefixt‘ und hatte mir so vieles vorgenommen, was ich mit meiner Kamera alles anstellen wollte. Dies ging dann so weit, dass ich bei einem (damals noch) großen und gut besuchten Studentenportal in Mannheim anfing, Events zu fotografieren. Dazu gehörten auch einige Konzerte. Schnell war ich an den Grenzen angelangt, was meine Kamera und meine Objektive bei wenig Licht leisten konnten.

MVV
Mit den neuen Anforderungen kamen dann auch eine neue Kamera und neue Objektive. Ich hatte mir große Ziele gesetzt und startete im Jahr 2009 dann mein eigenes Fotoblog. Hochmotiviert war ich – und meine Leseranzahl stieg und stieg. Aber mit dem vermeintlichen ‚Fame‘ kamen auch schnell die Schattenseiten, die mich bis heute verfolgen.

Der anfängliche Spaß, den ich bei jedem neuen Beitrag in meinem Blog verspürt habe, wurde ersetzt durch eine Erwartungshaltung mir selbst gegenüber. Jedes Bild, jeder Beitrag musste besser sein als der vorherige. Irgendwann verging mir dann die Lust komplett. Bis heute ist es so, dass mich dieser ‚Fotofrust‘ verfolgt. Ich bin mit keinem meiner Bilder wirklich zufrieden und war sogar schon kurz davor, meine Kamera zu verkaufen.

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Dank Christian finde ich doch immer mal wieder Spaß daran, die Kamera auszupacken. Aber dieses Gefühl von früher, Freude bei jedem neuen Bild zu empfinden, das kam einfach nie wirklich zurück. Wenn man sich nicht selbst antreibt, mal etwas neues auszuprobieren, oder den Spaß an der Fotografie immer wieder neu zu entdecken, dann kann man schnell in ein Loch fallen, wo jegliche Kreativität ausbleibt. Wenn man dann noch eine gewisse Neigung zum Faulenzen hat – so wie ich – bleibt das Fotografieren schnell ganz auf der Strecke.
Daher ist es manchmal wirklich gut, einfach raus zu gehen und eine Fototour zu starten. So ist auch dieses Bild vom Wasserturm entstanden, welches ich auf einer Fototour mit Christian aufgenommen habe. Eines der Bilder, auf die ich wirklich stolz bin.

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In diesem Sinne: Seid streng mit euch selbst. Seid Selbstkritiker. Aber nicht zu sehr, sonst gefallen euch eure eigenen Bilder am Ende nicht mehr.
Vielleicht sehen wir uns ja auf der nächsten Fototour!

 

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